Hallowe'en: Geschichte
Am 29.6.1926 lief Hallowe'en als Baunr. 745 bei William Fife & Son in Fairlie vom Stapel. Auftraggeber war Oberst
Baxendale, ein leidenschaftlicher Segler. Baxendale hatte 1925 das Fasnet-Rennen als Zweiter beendet und hatte nun bei Fife eine Yacht
in Auftrag gegeben, mit der er gewinnen wollte. Das gelang ihm 1926 zwar nicht, aber dafür schrieb Hallowe'en in diesem Rennen Yachtsportgeschichte:
Nach berechneter Zeit zwar nur Dritte ersegelte sie in Echtzeit mit 3 Tagen, 19 Stunden und 5 Minuten einen Rekord, der für
diese Strecke bis 1939 Bestand hatte.
Mit Hallowe'en hatte Fife Neuland betreten: Es war der erste Entwurf Fifes mit dem fortschrittlichen Marconirigg. Obwohl sich dieses Rigg als erfolgreich erwies,
litt Baxendale unter dem Spott der konservativen Konkurrenz, so dass er Hallowe'en 1928 ein Gaffelrigg gab, unter dem sie bis in die 90er Jahre segelte.
1930 wurde der bekannte norwegische Segler Alfred Larsen Besitzer von Hallowe'en. Er taufte sie um in Magda XII. Als Flaggschiff des Royal Norwegian Yacht Club
war der norwegische Kronprinz Olaf ein häufiger Gast an Bord.
1938 erfolgte eine Atlantiküberquerung nach Nordamerika. Dort entdeckte 1952 Walter Wheeler, ein Mitglied des New York Yacht Clubs, die Yacht vergessen in einem kleinen Yachthafen.
Er erwarb die Yacht, ließ sie als Yawl takeln und taufte sie um in
Cotton Blossom IV. Wheeler nahm mit ihr an zahlreichen Regatten teil; von 1954 bis 1962 ersegelte Hallowe'en zwei zweite Plätze beim Bermuda-Rennen
und gelangte auch sonst immer unter die ersten Fünf.
In den folgenden Jahren segelte Hallowe'en als Charteryacht, bevor sie schließlich 1986 dem Mystic Seaport Museum in Newport gestiftet wurde. Dort wurden der Rumpf und das Innere der Yacht restauriert.
Dann waren allerdings die Mittel des Museums erschöpft, der Verkauf an einen Schweizer Enthusiasten war die einzige Lösung. Hallowe'en wurde nach Südfrankreich verlegt, wo die Restaurierung bei Laurent Marine in Cogolin
beendet wurde.
1998 gelangte Hallowe'en in den Besitz ihres heutigen Eigentümers, der sie einer weiteren Restaurierung unterzog, bei der Hallowe'en wieder ihr
ursprüngliches Rigg erhielt, wenn auch leicht modifiziert.
Hallowe'en hat nun ihren Heimathafen in St. Tropez und ist auf den meisten Klassikerregatten im Mittelmeer anzutreffen, wo sie dank ihres Riggs unter all den gaffelgetakelten Booten sofort auffällt.